Tagungsanlass

Die pädagogische Diskussion um die Sinnhaftigkeit von Noten ist nicht neu – aber die eindeutigen wissenschaftlichen Befunde, die sowohl die Objektivität als auch die Bedeutung von Noten für die Lernenden außerordentlich kritisch beleuchten, haben in der Praxis wenig Niederschlag gefunden.

Nach wie vor spielt die Leistungsbewertung in Form von Ziffernnoten eine wesentliche Rolle im Schulalltag. Sie raubt den Lehrkräften enorm viel Arbeitszeit und trägt als Selektionsinstrument zu oberflächlichem Lernen für den Test und zur Demotivierung der Lernenden bei. Im Kontext der Förderung einer individualisierenden Lernkultur, in der der Lernende im Mittelpunkt steht, muss die Diskussion um Sinn und Zweck von Leistungsbewertung neu geführt werden.

Vor diesem Hintergrund veranstalteten das Forum Eltern und Schule gemeinsam mit der GEW NRW die Tagung „Ziffernnoten: Anreiz oder Leistungsbremse“.

Die Tagung fand am 29. Februar 2012 in der Universität zu Köln statt. Über 300 Kolleginnen und Kollegen nahmen an der Tagung teil und diskutierten in fünfzehn Workshops über die Frage einer Leistungsbewertung, die das Lernen der Schülerinnen und Schüler fördert.

Die Inhalte der Tagung sowie weitere Materialien, Literaturhinweise und Links zum Thema finden Sie in dieser Dokumentation.

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Tagung

Ziffernnoten: Anreiz oder Leistungsbremse?

Lernen braucht ermutigende Rückmeldung
und eine angstfreie Schulkultur

Universität zu Köln
29. Februar 2012

Dokumentation

10:00 Uhr

Eröffnung und Begrüßung

Leitung der Veranstaltung:

  • Ilse Führer-Lehner, GEW-NRW
  • Rainer Kopp, Forum Eltern und Schule

Moderation:

  • Manfred Diekenbrock, Bochum
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Rainer Kopp,
Forum Eltern und Schule

 

10:10 Uhr

Marianne Demmer, GEW:
Grußwort

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Marianne Demmer,
stv. Bundesvorsitzende GEW

 

10:20 Uhr

Prof. Dr. Lind, Universität Konstanz:
Brauchen wir Noten? Überlegungen zur Rolle von Fremdbeurteilungen und Vergleichsnoten in einer inklusiven, demokratischen Gesellschaft

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Prof. Dr. Georg Lind,
Universität Konstanz

 

11:45 Uhr

Workshops

Workshop 1
„Wenn Noten zum Stigma werden – Was eine einzelne Noten für die Bildungskarriere bedeuten kann“
Prof. R. W.-D. Bukow, Uni Köln

 

Workshop 2
Auswirkungen der Ziffernnoten auf das Lernen und den Schulalltag
Ursula Leppert und Arnold Evertz

 

Workshop 3
Schule ohne Noten – Beispiele aus der Bremer Schulreform
Johanna Springfeld, Landesinstitut für Schule Bremen

 

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Workshop 4
Noten be- und verhindern Inklusion – eine inklusive Schule braucht andere Rückmeldesysteme – Grundschule am Rosenmaar, Köln
Walter Heilmann, Leiter der Grundschule am Rosenmaar

 

Workshop 5
Jedes Kind muss erfolgreich sein können – Wartburg Grundschule, Münster
Gisela Gravelaar, Leiterin der Wartburgschule, Münster

 

Workshop 6
Laborschule Bielefeld: inklusiv – notenabstinent – selektionsfrei – für alle
Prof. Susanne Thurn, Leiterin der Laborschule Bielefeld

 

Workshop 7
Gesamtschule Holweide: Bewertung ohne Noten
– Lernentwicklungsberichte in den Klassen 5 u. 6

Dagmar Rhamede-Müller und Kiki Dohle, Lehrerinnen in Holweide

 

Workshop 8
„Was sagen uns denn schon Noten?“ – G.-C.-Lichtenberg Gesamtschule: 35 Jahre Erfahrungen mit dem Verzicht auf Noten von Klasse 5 bis 8
Wolfgang Vogelsaenger, Leiter der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule, Göttingen und Katharina Wilkening, Schülerin

 

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Workshop 9
Fördernde Bewertung und Noten, geht das? – Reformschule Hamburg-Winterhude
Martin Heusler, Leiter der Reformschule Winterhude, sowie Daiana Britz Konz und Franziska Strauß, Schülerinnen

 

Workshop 10
Selbsteinschätzung, Lernentwicklungsgespräche und Portfolio als Verfahren und Instrumente die Leistungsbewertung einer veränderten individualisierten Lernkultur anzupassen
Heide Koehler, EU-MAIL Moderatorin, Hannah Gnech und Jonathan Röder, LandesschülerInnenvertretung NRW

 

Workshop 11
Beispiel Fachunterricht 1: Formen der individualisierten Leitstungsmessung und Leistungsbewertung im Mathematikunterricht
Wolfram Schmidt, didaktischer Leiter a. D. und Fachmoderator Mathematik

 

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Workshop 12
Beispiel Fachunterricht 2: Alternative und differenzierte Formen der Leistungsbewertung im Fach Deutsch
Barbara Neisser, Fachleiterin Deutsch a.D. und Fachmoderatorin Deutsch

 

Workshop 13
Inklusion in der Sekundarstufe: Vom Umgang der Lehrkräfte mit dem Paradox
Dr. Bettina Amrhein, Uni Köln

 

Workshop 14
Leistung individuell ermöglichen, erkennen, bewerten
Ulrich Bosse, Abteilungsleiter Primarstufe an der Laborschule Bielefeld

 

Workshop 15
Veränderung der Leistungsbewertung im Hinblick auf Inklusion
in der 2. Phase der LehrerInnenausbildung

Stefanie Hahne, Hauptseminarleiterin und Fachleiterin am ZfsL, Essen

 

15:45 Uhr

Abschluss-Plenum
mit Podiumsdiskussion

Die Podiumsteilnehmer (von links nach rechts):

  • Werner Kerski, Landesvorsitzender der GGG NRW
  • Gisela Gravelaar, Grundschulverband NRW
  • Dorothea Schäfer, Landesvorsitzende der GEW NRW
  • Staatssekretär Ludwig Hecke MSW
  • Hannah Gnech, Landesschülervertretung NRW
  • Manfred Diekenbrock, Bochum (Moderation)
 

16:30 Uhr

Ende der Tagung